...die versteht dich doch nicht Kumpel ...

Heinz Schubert als Alfred Tetzlaff im Krankenhaus von 1973




Von 1966 bis 1972 kamen 10.000 südkoreanische Krankenschwestern nach Westdeutschland. Sie sollten eine Lücke im Gesundheitssystem schließen. Im Frankfurter Römer wurde dazu eine Jubiläumsveranstaltung abgehalten.
Die Krankenschwester Tong Mira zieht ein altes Schwarzweiß- Foto aus ihrem deutschen Pass. Es zeigt fünf junge Frauen in weiten koreanischen Gewändern vor einem VW-Bus. Es ist der 31. Januar 1966. Nach 24 Stunden Flugreise sind die fünf süd-koreanischen Krankenschwestern in Frankfurt am Main angekommen.
"Das war im Grunde genommen für uns traurig. Es war Winter, immer nur grau. Wir hatten hier Schichtdienst, in Korea nicht. Wir hatten nur grau, wenn wir aufgestanden sind und grau, wenn die Arbeit zu Ende war. Das war ein bisschen bedrückend." Heimweh und schlechte Standards."
Zunächst für drei Jahre lang verpflichteten sich ab 1966 insgesamt 10.000 süd-koreanische Krankenschwestern zum Dienst im westdeutschen Gesundheitswesen der Nachkriegszeit. Das Heimweh war riesengroß bei den jungen Koreanerinnen, die alle ohne Familie gekommen waren. Doch da damals ein Flug von Frankfurt nach Seoul acht Monatsgehälter gekostet hat, war an einen schnellen Besuch in der Heimat nicht zu denken. Dazu kam die Enttäuschung über die schlechte Ausbildung, die ihre deutschen Kolleginnen in der Pflege damals hatten.
Tong Mira: "Dieser Krankenschwesternstandard war nicht so. Wir waren international und damals Deutschland war nicht international. Wir haben das nicht gewusst. Wir haben gedacht, Deutschland sei eine Hochkultur und die Krankenschwestern auch. Aber die Krankenschwestern waren wie Helferinnen. So der Standard. Dadurch waren wir ein bisschen enttäuscht."

(zitiert nach: "http://www.deutschlandfunkkultur.de/50-jahre-koreanische-krankenschwestern-in-deutschland.2165.de.html?dram:article_id=344446" vom Dezember 2017)